Campendonk Biografie

1889 geboren in Krefeld
1905 Ausbildung an der Kunstgewerbeschule Krefeld, Schüler Johan Thorn Prikkers
1911 Ankunft in Sindelsdorf, Mitglied der Künstlergemeinschaft „Der Blaue Reiter“
1916 Umzug und Weiterarbeit in Seeshaupt
1923 Lehrauftrag an der Essener Kunstgewerbeschule
1926 Professur für Wandmalerei, Glasmalerei und Mosaik an der Kunstakademie Düsseldorf
1933 Exil in Belgien und den Niederlanden
1935 Professur für Monumentalmalerei an der Rijksakademie Amsterdam
1937 Vertritt als Künstler die Niederlande auf der Weltausstellung in Paris, sein Passionsfenster wird mit dem Grand Prix ausgezeichnet
1957 verstirbt in Amsterdam

Die Sammlung

Mit der Eröffnung des neuen Hauses erhält Penzberg weitere 200 Campendonk-Werke aus verschiedenen Lebensphasen des Künstlers und beherbergt nunmehr die weltweit größte Sammlung von Werken Heinrich Campendonks.
Bereits 2010 hatte ein Sammler 87 Arbeiten für das Museum Penzberg erworben: Ölbilder und Aquarelle, frühe Tuschpinselzeichnungen und Holzschnitte. Besonders hervorzuheben sind die Hinterglasbilder Campendonks, die in den vergangenen zwei Jahren in einem interdisziplinären Forschungsprojekt untersucht wurden. Das Ergebnis wird im Herbst 2016 in einer Sonderausstellung präsentiert.

Mit 21 Jahren kam Campendonk 1911 auf Einladung von Marc und Kandinsky aus dem Rheinland nach Oberbayern und wurde das jüngste Mitglied der Künstlergemeinschaft "Der Blaue Reiter". Auf der Suche nach eigenen Motiven beeindruckte ihn die Bergwerksstadt Penzberg mit ihren besonderen Koloniehäusern, den Fördertürmen und Schornsteinen. Die Bilder aus der Phase der „Blauen Reiter“ waren für ihn aber nur der Einstieg in ein eigenes, sehr selbständiges Kunstschaffen, das mit vielen Entwicklungsphasen bis in die 1950er Jahre reicht.

Die Penzberger Sammlung beinhaltet somit Kunstwerke aus allen Schaffensphasen Heinrich Campendonks. Diese Werke in vielen Arbeitstechniken verdeutlichen die Qualität und künstlerische Bandbreite des Künstlers - der besonders in seinen Hinterglasbildern Kunstwerke von ganz eigener Schönheit, Meisterschaft und Faszination geschaffen hat.

Gerhard Fietz

Ein weiterer Schwerpunkt der Sammlung ist beim Oeuvre von Gerhard Fietz gesetzt, der neben Rupprecht Geiger, Fritz Winter und Willi Baumeister Mitglied der Künstlergruppe ZEN 49 war. Diese Gruppe trat ab 1949 für die moderne, abstrakte Kunst in Deutschland ein und fand mit ihren Werken den Anschluss an die internationale Kunstszene.
Knapp 80 Dauerleihgaben aus einer süddeutschen Privatsammlung bilden die Grundlage für die museale Aufarbeitung dieser bedeutenden Künstlergruppe der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts.