Stadtgeschichte

Auch die Stadtgeschichte spielt weiterhin eine wichtige Rolle im neuen Haus. Zwei neu konzipierte Dauerausstellungen widmen sich dem Thema der Zeit- und Kulturgeschichte Penzbergs: die Rekonstruktion einer Bergarbeiterwohnung um 1920 im denkmalgeschützten Altbau des Museums sowie eine Dauerausstellung zur NS-Zeitgeschichte, der sog. „Penzberger Mordnacht“.

Dauerausstellung Penzberger Mordnacht

Die neu gestaltete Dauerausstellung "Penzberger Mordnacht" widmet sich der NS-Zeitgeschichte Penzbergs. In der Nacht vom 28. auf den 29. April 1945 ereignete sich das dunkelste Kapitel der damals noch jungen Stadt. Sechzehn Frauen und Männer verloren ihr Leben – ermordet von den fanatischen Anhängern eines totalitären Regimes.

Diesen 16 Menschen ist es zu verdanken, dass die gegen die eigene Bevölkerung gerichteten Zerstörungspläne der Nationalsozialisten verhindert werden konnten. Die geplante Sprengung der Grube wurde vereitelt. Ihre Zivilcourage mussten sie jedoch mit dem Leben bezahlen. Nicht einmal 24 Stunden, die das Leben vieler Menschen auf das Schrecklichste veränderten, die das Selbstverständnis einer Stadt nachhaltig prägten. Die „Penzberger Mordnacht“ wurde, auch über die Stadtgrenzen hinaus, zum Begriff eines der grausamsten Endphasenverbrechen des untergehenden NS-Regimes.

Eine Medienstation mit Film- und Hördokumenten sowie einer vertieften Informationsebene mit Texten der erfolgreichen Ausstellung von 2005 ergänzen die zurückhaltend gestaltete Ausstellung, die das Ausstellungsbüro Müller-Rieger, München, übernahm.

Dauerausstellung Bergarbeiterwohnung

Die eine, denkmalgeschützte Hälfte des Museums war ein "Werkshaus", ein Wohnhaus nur für Familien der Bergleute, dessen Eigentümer das Bergwerk war.  In drei Stockwerken gab es je zwei Zweizimmerwohnungen. 51 solche Häuser entstanden in Penzberg von 1872 bis 1890. Sie prägten lange Zeit das Ortsbild. Man nannte sie Arbeiterkolonie.

Bergarbeiterfamilien mit bis zu 12 Kindern lebten in einer Wohnung. Mitunter waren darin drei Generationen vereint, dann musste Arbeiten, Schlafen und Essen im Schichtbetrieb erfolgen.

Auf behutsame Weise wurde die Bergarbeiterwohnung renoviert. Die museale Einrichtung ist nun typisch für die Zeit um 1920. Leihgaben des Freilichtmuseums Glentleiten ergänzen den früheren Bestand der Wohnung. Medienstationen vermitteln auf stimmungsvolle Weise das Leben in Penzberg zu Beginn des 20. Jahrhunderts.