Gedenken an die "Penzberger Mordnacht"

Das Gedenken an die Penzberger Mordnacht ist als zentrales Element der Erinnerungskultur der Stadt Penzberg seit jeher fest in der Stadtgeschichte und -gesellschaft verankert: Jedes Jahr wird der 16 Menschen gedacht, die in dieser Nacht so knapp vor Kriegsende durch Erschießen am heutigen Platz „An der Freiheit“ und durch Erhängen an der Gustav- und Bahnhofstraße sowie an den Linden am Stadtplatz ums Leben gekommen sind. Auch acht Jahrzehnte nach diesem düsteren Kapitel kommt die Stadt ihrem Auftrag nach, diese schreckliche Tat nicht zu vergessen und damit dafür zu sorgen, dass sie sich nicht wiederholt. Jährliche Gedenkfeiern sind ebenso Teil davon als auch ein verstärktes Engagement an den Schulen durch thematische Stadtführungen.

Im Penzberger Stadtgebiet erinnern ganz unterschiedliche Orte an die Ereignisse des 28. April 1945: das Denkmal an der Erschießungsstätte „An der Freiheit“, die Ehrengräber der Ermordeten auf dem Städtischen Friedhof, die Bronzeplatte auf dem Stadtplatz und nicht zuletzt der Gedenk- und Informationsraum im Museum.

Seit April 2022 wird der einzelnen Opfer mit den Stolpersteinen des Künstlers Gunter Demnig gedacht, die jeweils vor den zuletzt dokumentierten Wohnorten der Ermordeten angebracht sind. Dabei ist der Stein Nr. 90.000 dieses weltweit größten dezentralen Erinnerungsprojektes auf Wunsch von Gunter Demnig der ermordeten schwangeren Agathe Fleissner gewidmet. 


"ERINNERUNG AUFPOLIEREN"
Pflegen der Stolpersteine in Penzberg - ein Beitrag zur Erinnerungskultur 
Die Penzberger haben seit jeher ihre Dauer-Verantwortung im Erinnern an diese Bluttat erkannt. Ähnlich wie in anderen deutschen Städten hat das Team der am „Museum Penzberg – Sammlung Campendonk“ tätigen Aufsichten 2024 das Projekt „Erinnerung aufpolieren“ gestartet. Diese Bürgerinitiative ist durchaus wörtlich zu verstehen: sie pflegt die empfindlichen Steine, um so ihre Sichtbarkeit im Stadtbild zu erhalten, damit sie ihren Zweck erfüllen können - das Gedenken an die ermordeten Mitbürger:innen wachzuhalten und so die Mahnung der Ereignisse zu bewahren. Erinnerung wird als gelebte Aufgabe verstanden. Zum 80. Gedenktag lädt der Initiator, Thomas Trapp-Teriet weitere Bürger ein, sich daran zu beteiligen. Info und Kontakt: museum@penzberg.de
Weiteres zu den Penzberger Stolpersteinen hier


Medien:
Beitrag BR 2 „Zeit für Bayern“ zur Penzberger Mordnacht u.a. mit einem Zeitzeugen-Interview, zum 80. Jahrestag im April 2025
Broschüre zum 75. Jahrestag der Penzberger Mordnacht im Jahr 2020
Ausstellungsprojekt zum 75. Gedenken der Penzberger Mordnacht 2020
Informationsfilm zur Interaktiven Führung "Penzberger Mordnacht"
Interview in der Süddeutschen Zeitung
Film zum Buch „Dunkelnacht“ von Kirsten Boie präsentiert vom P-Seminar des Gymnasiums der Benediktiner Schäftlarn, entstanden 2023 u.a. im Museum Penzberg-Sammlung Campendonk, dem Penzberger Stadtarchiv und dem Stadtgebiet Penzbergs, in Zusammenarbeit mit dem BR.


Bildnachweise:
Stolpersteine im Stadtgebiet Penzbergs
Penzberger Ehrenmal von Nikolaus Röslmair (1948), Foto Ralf Gerard
Kunstaktion „VERGEHEN“, „Die Nacht“ von Andreas Kloker
Fotos 1, 3: Museum Penzberg-Sammlung Campendonk – Stadt Penzberg